Patti Austin
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Biografie
Patti Austin (voc), am 10. August 1948 in Harlem, New York, geboren, war ein hübsches, keckes, vorlautes Wunderkind. Im Alter von vier fiel sie Quincy Jones (siehe Bio) bei einer Plattenproduktion ihrer Patentante, der R & B-Sängerin Dinah Washington, auf, bei der ihr Vater Gordon Austin Posaune spielte. Der Producer übernahm fortan ebenfalls Patenfunktion, ließ sie mit seiner Tochter Jolie spielen und förderte ihre Karriere. Mit fünf trat sie zum ersten Mal im Apollo Theater in Harlem auf. Mit neun gehörte sie zur Tourneetruppe der "Bluesoper" genannten Show Free And Easy (1959) von Quincy Jones und gastierte mit dieser in Paris, Brüssel, Stockholm und Amsterdam. Mit 16 gewann sie mit dem Lied The World Goes On (Text: Alan und Marilyn Bergman, Musik: Quincy Jones) den Song Contest in Rio de Janeiro, an dem sich 32 Nationen beteiligten: Bester Song, bester Arrangeur, beste Sängerin. In den sechziger und siebziger Jahren bereiste sie als Background-Sängerin und gelegentliches Show Feature mit Künstlern wie Sammy Davis Jr., Harry Belafonte, Roberta Flack die USA, trat mit Bobby Darin, Connie Stevens, Ray Bolger im Fernsehen auf, besang Jingles und nahm für United Artists erfolglose Singles auf.
Ihre ersten LPs End Of A Rainbow (1976) sowie Havanna Candy (1977), die mit Position 116 einen respektablen Debütplatz auf den US-Charts erzielte, produzierten Dave Grusin und Larry Rosen für CTI. 1978 präsentierte sie Quincy Jones auf vier der sieben Tracks seiner LP Sounds … And Stuff Like That, Nummer 15 auf den US-Charts, und beschäftigte sie fortan für zahlreiche Top-Produktionen im Studio, darunter sein Album The Dude (1981) sowie Michael Jacksons Off The Wall (1979). Zu den Stars, an deren Erfolgsproduktionen sie beteiligt war, gehörten Paul Simon, George Benson, Billy Joel ( Just The Way You Are) und, als "Babylon Sister", Steely Dan ( Gaucho).
1981 veröffentlichte Quincy Jones mit Every Home Should Have One Patti Austins erstes Soloalbum auf seiner Marke Qwest, 1988 mit der Balladen- und Standards-LP The Real Me ihr letztes. Mit seiner Billigung hatte sie in jenen Jahren auf CTI eine Parallelkarriere als Jazz-Vokalistin verfolgt. Rauschgiftprobleme brachten in der zweiten Hälfte der Achtziger ihre berufliche Laufbahn ins Trudeln. 1989 fasste sie kommerziell mit dem Jubiläumsalbum zur Cartoon-TV-Serie "Happy Anniversary, Charlie Brown!" als Studio-Stimme, künstlerisch mit der Jazzproduktion Love Is Gonna Getcha (1990) wieder Tritt. 1990 und 1991 beteiligte sie sich an Donald Fagens "New York Rock & Soul Revue" im New Yorker Beacon Theatre und trat 1992 neben Barbra Streisand in Benefizkonzerten für das Hollywood Women’s Political Committee sowie für "Commitment to Life IV" zugunsten der Aidshilfe auf. 1994 war sie in der New Yorker Carnegie Hall einer der Headliner des JVC Jazz Festivals. Auf Soul-Tourneen in den Neunzigern wie der jährlichen "The Colors of Christmas" teilte sie die Bühne mit Künstlern wie Peabo Bryson, James Ingram, Jeffrey Osborne, Roberta Flack. Eine herausragende CD unter ihren späten Veröffentlichungen widmete sie einem Vorbild: For Ella (2002).
Zu früh verschlissen, schaffte es das Wunderkind nie ganz zum Star. Patti Austins Soloplatten wurden von der Kritik so gut wie ausnahmslos gelobt, blieben am Markt aber im unteren Drittel der Charts. Nur einmal, am 19. Februar 1983, hatte sie mit der Single Baby Come To Me einen Nummer-eins-Hit. Er war eine Wiederveröffentlichung, weil das Publikum nach ihrer kleinen Rolle in der nachmittags ausgestrahlten TV-Serie "General Hospital" eine Hörprobe von ihr verlangte. Vom Release Date bis zur Chartspitze hatte der Song ganze 18 Wochen gebraucht.
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs:
End Of A Rainbow (1976)
Havana Candy (1977)
Live At The Bottom Line (1979)
Body Language (1980)
Every Home Should Have One (1981)
In My Life (1983)
Patti Austin (1984)
Gettin’ Away With Murder (1985)
The Real Me (1988)
Love Is Gonna Getcha (1990)
Carry On (1991)
Live (1992)
That Secret Place (1994)
In & Out Of Love (1998)
Street Of Dreams (1999)
On The Way To Love (2001)
For Ella (2002)
Zusammenstellungen (Auswahl):
The Best Of Patti Austin (1994)
The Ultimate Collection (1995)
The Very Best (2001)
Collection (2002)
Baby Come To Me And Other Hits (2003)
Love Collection (2005)


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