Ars Nova
Biografie
Ars Nova (Japan) übernahm 1983 den international ungeschützten Bandnamen einer New Fusion-Band, die zwischen 1967 und 1969 in New York Furore machten (siehe Bio). Wie ihre New Yorker Vorgänger waren Keiko Tsubata (kl), Kyoko Kanazawa (bg), Yumiko Saito (dr) Musikstudentinnen – in Tokio. Mit Covers von Emerson, Lake & Palmer und der Band Trace erwarben sie sich unter jungen Akademikern Meriten, konnten aber den Popmarkt nicht erreichen. 1986 trat Keiko Kumagai an Tsubatas Stelle, verließ aber schon nach zwei Konzerten die sich auflösende Band.
1991 rief die ehrgeizige Tastenkünstlerin ihre Kolleginnen wieder zusammen. Unter ihrer Führung – ab 1993 mit Akiko Takahashi an den Drums – entwickelte sich Ars Nova bis 1996 zur beliebtesten japanischen Frauenband. Auf ihren Platten Fear And Anxiety (1992), Transi (1994), The Goddess Of Darkness (1996) verschmolz Keiko Kumagai als einzige Komponistin Stilelemente von ELP, Goblin, Rick Wakeman mit Werkstrukturen des Balleto di Bronzo und klassischer Musik. Ihr progressiver Rock blieb zunächst fast ausschließlich instrumental.
1995 spielte Ars Nova beim Prog Festival Los Angeles erstmals in den USA. Nach einer Europatournee 1997 verließ die Bassistin Kyoko Kanazawa die Band. Für das Album The Book Of The Dead (1998) half Ken Ishita von Deja aus. Eine im Oktober 1998 beginnende Welttournee sah Naomi Minra am Bass. Da sie auch Keyboards spielen konnte, wurde das Repertoire spielerisch um Kompositionen für zwei Tasteninstrumente erweitert.
Am Album Android Domina (2001) war eine zweite Keyboarderin, Mika Nakajima, bereits als festes Ensemblemitglied beteiligt. Für das Album Biogenesis Project (2003) hatte Masuhiro Goto (Gerard, Ningen-Isu) zunächst als Gastmusiker den Schlagzeugstuhl eingenommen und blieb vorerst bei der Band. Mika Nakajima am Bass wurde durch Shinko "Panky" Shibata ersetzt. Außerdem waren Alex Brunori (voc) von Leviathan und Arjen Lucassen aus Holland als Counter des Science-Fiction-Konzepts an der CD beteiligt. "Sie alle bescherten dem Album eine zusätzliche Dimension", notierte der holländische Ars Nova-Experte Eric Wenteboom: "Great violinplay, good vocals and biting and howling guitarplay. I’m stunned by the magnificent keyboardplay and the exciting instrumental interludes. Fresh blood was needed, the result is there!"
Weit davon entfernt, nur mehr als exotisches Festival-Schmuckstück zu gelten, hatte sich Keiko Kumagai in zwei Jahrzehnten an Piano, Synthesizer und Hammondorgel einen legitimen Platz unter den Rock-Keyboardern erstritten. Ars Nova war ihre Band – and that’s it!
(Text gekürzt - Die vollständige Biographie finden Sie im "Rock-Lexikon") Entnommen aus: Rock-Lexikon Bd. 1+2, hgg. von: Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann unter Mitarbeit von Barry Graves und Bernward Halbscheffel,
Copyright © 1973, 1975, 1990, 1998, 2008 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Historische Diskografie
LPs:
Fear And Anxiety (1992)
Transi (1994)
The Goddess Of Darkness (1996)
The Six Singular Impressions (1997 Sampler)
The Book Of The Dead (1998)
Android Domina (2001)
Lacrimaria (2001)
Biogenesis Project (2003)
Force For The Fourth (2005)

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