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Johnson,Robert

Geburtstag:

08.05.1911
Geburtsort:

Hazlehurst, MS, USA
Todestag:

16.08.1938
Todesort:

Greenwood, MS, USA
Instrument:

Gesang
Gitarre
Komponist

Johnson,Robert

Robert Johnson ist eine Blues-Legende, dessen Leben schon zu seiner Zeit zum Mythos wurde. Sein Einfluss auf die Entwicklung des Genres kann kaum hoch genug eingeschätzt werden

Der Mythos kommt vor dem Ruhm

Robert Johnson kommt 1911 als unehelicher Sohn von Julia Ann Dodds im Bundesstaat Mississippi zur Welt. Bis zu seinem achten Lebensjahr ist er mit seiner Mutter permanent auf Achse ? ein Umstand, der sein späteres, rastloses Leben zu beeinflussen scheint. In seiner Jugend zeichnet sich allerdings noch nicht ab, dass Robert Johnson besondere musikalische Talente hat ? er spielt lediglich ein bisschen Mundharmonika und Gitarre. Als Jugendlicher lernt Johnson die Blues-Musiker Charlie Patton, Son House und Willie Brown kennen. Besonders die beiden letztgenannten unterstützen ihn bei seinen Versuchen, das Gitarrenspiel zu lernen. Weil der mittlerweile 18-jährige Johnson innerhalb eines Jahres dabei unerwartet große Fortschritte macht, kommt die Mär auf, er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen - dass er die Kunstfertigkeit auf der Gitarre im Tausch gegen seine Seele erworben habe. Dass Johnson einen Song mit Titel Me And The Devil Blues schreibt, gibt den Spekulationen um seine Person noch weitere Nahrung. Die Legendenbildung um Robert Johnson beginnt schon, bevor er zur Musiker-Legende wird.

Im selben Jahr noch, 1929, heiratet Johnson Virginia Travis, die jedoch kurz darauf bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Daraufhin vertieft er sich noch mehr in die Musik und intensiviert die Zusammenarbeit mit Willie Brown. Johnson ist ohne Unterlass unterwegs und entwickelt sich in den nächsten Jahren zu einem der gefragtesten Entertainer in Mississippi. 1931 heiratet auf seine zweite Ehefrau Caletta Craft, die er auf einer seiner vielen Reisen kennenlernt hat. Durch sein nomadenhaftes Dasein kommt er mit vielen anderen Blues-Musiker in Kontakt, auch über die Grenzen seines Heimatstaates hinweg. Die Stadt Helena in Arkansas ist seinerzeit beispielsweise eine solche Anlauf- und Kontaktstelle für diese Musikszene. So wird Johnson zu einem Einfluss auf eine ganze Generation von Musikern dieses Genres, wie Sonny Boy Williamson II, Howlin Wolf oder Memphis Slim. Auch sein fast jauchzend anmutender Gesangstil sollte den Blues nachhaltig prägen.

Kleine Hinterlassenschaft, großer Einfluss

Johnsons Wanderschaften ? und natürlich auch seine damit einhergehenden Frauengeschichten, von denen es eine Menge gibt - sind thematischer Dauerbrenner in seinen Songs, wie schon die Titel Travelling Riverside Blues oder I´m a steady rollin' man. Das erste Mal geht Johnson 1936 ins Aufnahmestudio. Das produzierte Material verkauft sich so gut, dass er bereits im nächsten Jahr wieder im Studio steht ? in der damaligen Zeit keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Auch wenn nur 29 unterschiedliche Songs von Johnson ? teilweise in mehrern Versionen - aus diesen Sessions überliefert werden, gibt es heute zahlreiche CDs, die das musikalische Erbe des Blues-Künstlers dokumentieren. Dem weißen Publikum bleibt Johnson bis zu seiner Wiederentdeckung in den frühen 1960er Jahre allerdings weitgehend unbekannt. Auch bei der schwarzen Bevölkerung, die damals den Markt für die sogenannten ?race records? ? Schallplatten schwarzer Künstler, die fast ausschließlich von Afro-Amerikanern gekauft werden ? bildet, gerät Johnson in Vergessenheit. Der Mythos lebt jahrzehntelang nur in Insider-Kreisen durch die mündliche Überlieferung anderer Musiker fort. Sein Leben und damit auch seine Karriere finden ein jähes Ende, als er als gerade mal 27-jähriger von einem eifersüchtigen Ehemann, der gleichzeitig Kneipenbesitzer ist, mit einer Flasche vergifteten Whiskey umgebracht wird.

Nachdem Robert Johnson in den Sechziger Jahren wieder entdeckt wird, beziehen sich etliche zeitgenössischen Musiker ? von Jimmy Page von Led Zeppelin bis zu Eric Clapton ? auf sein musikalisches Erbe, das auf unterschiedlichen Complilations dokumentiert ist, etwa auf The Complete Recordings oder His Recorded Legacy-The 29 Songs. Johnson gilt heute als einer der einflussreichsten Musiker seines Genres.